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† Wilhelm Noll

Wilhelm Noll, einer der größten deutschen Motorradsportler des 20. Jahrhunderts, ist tot. Der Hesse aus Kirchhain verstarb am Mittwoch (18. Januar) im Alter von fast 91 Jahren.

 

Wilhelm Noll gewann mit dem Kirchhainer Fritz Cron, den er bereits seit seiner Kindheit kannte, im Seitenwagen die Motorrad-Weltmeisterschaft 1954 auf einer Werks-BMW.
1955 waren Noll/Cron Vizeweltmeister hinter Willi Faust/Karl Remmert und vor Walter Schneider/Hans Strauß und 1956 folgte ihr zweiter WM-Titelgewinn vor Fritz Hillebrand-Manfred Grunwald auf BMW.

Noll/Cron errangen in ihrer Karriere acht Grand-Prix-Siege. Zweimal waren sie Deutsche Meister und dreimal Vizemeister in der Seitenwagenklasse.
Sie beendeten nach Abschluss der Saison 1956 ihre Rennfahrerkarriere.

Im Autohaus seines Vaters war Wilhelm Noll nun in Kirchhain tätig und übernahm es 1963. Im Jahre 1964 entstand in der Niederrheinischen Straße in Kirchhain ein neues Werkstatt- und Ausstellungsgebäude. Dieses BMW-Autohaus führte Wilhelm Noll noch bis zum Jahre 1990 gemeinsam mit seiner Frau.

Aber auch nach seiner aktiven Zeit blieb Wilhelm Noll dem Motorradrennsport treu und war in verschiedenen Funktionen bei der Obersten Motorradsport-Kommission (OMK), beim Deutschen Motorsport Verband (DMV) und bei der FIM weltweit bis 1996 tätig.

Bis 1996 war Noll Präsident der OMK, des Vorläufers des DMSB im Motorradsport, und gleichzeitig Vizepräsident des DMV.

Im Jahre 1954 erhielten Wilhelm Noll und Fritz Cron die höchste Sportauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss überreicht - das "Silberne Lorbeerblatt". Durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der BRD wurde im Jahre 1990 das Lebenswerk Wilhelm Nolls gewürdigt.