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Nico Rosberg: Held oder Drückeberger?

Die Schlagzeilen überschlugen sich förmlich an den Tagen nach dem 27. November: Am Sonntag wurde Nico Rosberg dritter deutscher Formel1-Weltmeister, am Mittwoch war er in seiner Geburtsstadt Wiesbaden zum „Handkäs' mit Musik“-Essen, am Freitagmittag um 14.00 Uhr war er als Formel1-Weltmeister vom Sport zurückgetreten.

 

Wozu sich der in Monaco wohnhafte Sohn einer Deutschen und des finnischen Formel1-Weltmeisters von 1982 Keke Rosberg offenbar schon Wochen vor der Rücktrittsverkündung entschlossen hatte, wusste offenbar nicht einmal sein engstes Umfeld, geschweige denn sein Arbeitgeber Mercedes Benz, mit dem er noch im Sommer seinen Vertrag nach zähem Ringen um zwei weitere Jahre verlängert hatte.

Den Schritt, der die Motorsportwelt schockte, begründete Rosberg so: «Ich habe alles erreicht, was ich in diesem Sport schaffen wollte. Mein Traum, Formel-1-Champion zu werden, hat sich erfüllt. Darüber hinaus gibt es für mich kein Ziel mehr. Ich will nun ganz Ehemann und Vater sein.»

Auf der berühmten Pressekonferenz am 2. Dezember in Wien sagte Nico weiter: «Seit 25 Jahren im Rennsport war es immer mein Traum, mein einziges, großes Ziel, Formel 1-Weltmeister zu werden. Ich musste viel dafür opfern, aber trotz all dieser harten Arbeit, dieser Schmerzen und dem ganzen Verzicht war dies immer mein Ziel geblieben. Und jetzt ist es so weit, ich habe den Berg erklommen, ich bin an der Spitze angekommen, und es fühlt sich richtig an. Ich fühle eine tiefe Dankbarkeit für alle, die mich auf dem Weg zu diesem Titel unterstützt haben und es somit möglich gemacht haben.»


Nico Rosberg sagt Tschüss

Auffällig ist an seiner Begründung, dass der amtierende Weltmeister offenbar viel mehr Energie, Kraft und Nerven in den Titel-Zweikampf mit Teamkollege Lewis Hamilton investierte, als es die Öffentlichkeit wahrgenommen hatte.

Offensichtlich schätzte Rosberg es so ein, dass er ein weiteres Jahr als Gejagter in der Formel 1 nur schwerlich verkraften könne und daher reifte die Entscheidung, die Bremse zu ziehen. Die Fachzeitung MOTORSPORT aktuell titelte nicht ganz unpassend: „Der Weltmeister beendet den Verfolgungswahn“. Und so befürwortete der grösste Teil der Sportöffentlichkeit Rosbergs Entscheidung als „mutig“ und nicht als Drückebergerei vor dem Druck, den eine Titelverteidigung unweigerlich mit sich gebracht hätte.

Ausserdem erinnert der unerwartete Rosberg-Rücktritt doch sehr an die beiden Rücktritte von Michael Schumacher, dem das Familienleben ebenfalls über allem und sogar über seinem geliebten Sport stand.

Bei Mercedes herrscht seit Nicos Offenbarung „Alarmstufe Rot“: Wen sollen die Silberpfeile an die Stelle des Weltmeisters setzen, wen Lewis Hamilton im Kampf um den wichtigen Konstrukteurstitel zur Seite stellen?

Gegen den Mercedes-Junior Pascal Wehrlein, der für das Manor-Team dieses Jahr Proberunden in der Formel I drehen durfte, spricht seine geringe Erfahrung und das völlige Fehlen von irgendwelchen Toppositionen in der F1. Mc-Laren-Fahrer Fernando Alonso würde alles zu Mercedes mitbringen, was es braucht, inclusive eines WM-Titels. Doch der Spanier steht bei McLaren unter Vertrag, der nun sogar über 2017 verlängert werden soll.

Bliebe als einziger weiterer potenzieller Rosberg-Nachfolger der Finne Valtteri Bottas, der für Williams in diesem Jahr mit einem Mercedes-Motor auf den achten WM-Platz gefahren ist und mit einem Podiumsplatz und mehreren Top-5-Platzierungen ein ums andere Mal seine Qualitäten bereits bewiesen hat.

Egal, wer bei den Stuttgarter Silberpfeilen auf Rosberg folgt – aufgrund des völlig umgekrempelten Reglements für 2017 werden die Karten in der kommenden Saison neu gemischt und niemand, auch nicht Mercedes, hat eine Abokarte für die Pole im nächsten Jahr gebucht.