Eisspeedway: 3 Deutsche touren durch Russland

Bei der am vergangenen Wochenende gestarteten Eisspeedway-Weltmeisterschaft sind drei der 16 Grand-Prix-Teilnehmer Deutsche: Die DMV-Fahrer Günther Bauer und Max Niedermaier sowie der Oberbayer Hans Weber. Auf der fünfteiligen Grand-Prix-Tournee durchstreifen die Spike-Gladiatoren seit 10 Tagen das riesige Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Vergangenes Wochenende starteten Bauer und Co. zu GP 1 und 2 in der Autostadt Togliatti an der Wolga. Kommendes Wochenende müssen sie 2.000 Kilometer weiter nordöstlich, in der sibirischen Stadt Shadrinsk, östlich des Ural zu GP Nummer 3 und 4 antreten. Und nur eine Woche später startet die Eis-Armada in Almaty im Medeostadion in Kasachstan, auf 1500 Meter Höhe an den Ausläufern des Altaigebirges.

Wenn die letzten Abenteurer des modernen Sports nach dem 19. Februar nachhause kehren werden, haben sie in ihren Renntransportern schon mehr als 10 000 Kilometer zurückgelegt.

Beim Grand-Prix-Auftakt im russischen Toglatti am letzten Wochenende setzte sich die Dominanz der Russen fort. Am ersten Tag belegten sie die Plätze 1 bis 4, am Sonntag die ersten drei Ränge. Am zweiten Tag schaffte es der Österreicher Franky Zorn bis ins Finale und führte sogar anfangs. Dann musste er Dmitri Khomitsevitch, Dmitri Koltakov und Neuling Dinar Valeev ziehen lassen.

Nach den zwei Rennen an der Wolga liegt der Weltmeister von 2015, Dmitri Koltakov mit 37 Punkten in Führung. Titelverteidiger Dmitri Khomitsevitch, der im Finale am Sonntag in Togliatti den Spieß umdrehte und gewann, hat nur einen Punkt weniger.


Auch dichtes Schneetreiben warf Günther Bauer in Togliatti nicht aus der Bahn                     Foto: Veldhuizen

Günther Bauer konnte sich am Samstag für die Semifinals qualifizieren – trotz eines kapitalen Motorschadens im ersten Lauf. Am zweiten Tag kam der Oberbayer mit 6 Punkten nur auf Platz 11. „Das Eis am Sonntag war katastrophal, aber es war für alle Fahrer gleich“, sagte Bauer.

Max Niedermaier, Sohn des gleichnamigen ehemaligen Teamweltmeisters, wurde an beiden Tagen Zwölfter. Für den dritten Deutschen Hans Weber war es ein hartes Wochenende. Der Bayer hatte an der weissrussischen Grenze große Probleme, musste mehrere Stunden warten und verpasste daher das Training in Togliatti. Unter diesen Umständen blieb dem „Eis-Hans“ an beiden Tagen nur Platz 16.

Eigentlich hatten sich sogar vier Deutsche für den GP qualifiziert. DMV-Fahrer Stefan Pletschacher aus Siegsdorf musste jedoch nach einem Sturz beim offenen Rennen in Steingaden die Saison mit einer Schultereckgelenksprengung vorzeitig beenden.

Günther Bauer und Co. kommen am 4. und 5. März zum Grand Prix nach Berlin und vertreten Deutschland eine Woche später (11./12. März) beim Finale der Mannschaftsweltmeisterschaft in Inzell.