Rallye Dakar: Pleiten, Pech, Katastrophen

Die Rallye Dakar, Mutter aller Offroad-Rallies, war in den vergangenen Jahren immer wieder durch schwere und tödliche Unfälle in negative Schlagzeilen gekommen. Dieses Jahr wird die Dakar, die durch die südamerikanischen Länder Bolivien, Paraguay und Argentnien führt, weniger durch die Aktion auf der Strecke, als durch die Launen von Naturgewalten bestimmt.

Heute sollte die elfte von 13 Etappen gefahren werden, doch es ist erst die neunte. Vorgestern (Dienstag) sorgte infolge tagelanger Regenfälle ein Erdrutsch vor der argentinischen Stadt Salta für enorme Verzögerungen im Rallye-Verlauf. Der Erdrutsch blockierte die einzige Strasse, die Rallyefahrzeuge und den Service ins abendliche Biwak führen sollte. Daraufhin sagte der Veranstalter die für Mittwoch geplante 9. Etappe gänzlich ab. Damit wurden wegen der immer schlechter werdenden Witterungs- und Strassenverhältnissen bereits 1400 der geplanten 3300 Wertungskilometer der Rallye abgesagt.

Da der Erdrutsch auch Opfer unter der heimischen Bevölkerung gekostet hatte, stellten die Rallye-Organisatoren ihre Austrüstung zur Unterstützung der Hilfskräfte zur Verfügung.

Bereits am letzten Samstag musste eine komplette Etappe wegen des heftigen Regens, der grosse Teile der Route unterspülte, abgebrochen und neutralisiert werden.
Vorher mussten die Teams in der argentinischen Wüste Temperaturen bis zu 44 Grad ertragen!

In der Automobilwertung war die 39. Dakar zu dieser Zeit für die Topfavoriten Nasser Al-Attiyah (Toyota) und Carlos Sainz (Peugeot) nach Unfällen schon beendet. Vor der geplanten Etappe am Donnerstag führte Rallye-Rekordweltmeister Sebastien Loeb nach drei Tagessiegen im Peugeot die Gesamtwertung an.

Bei den Motorrädern ging es noch mehr drunter und drüber. Der Zweikampf zwischen Dauersieger KTM und Herausforderer Honda nahm unerwartete Formen an. Die Navigation war dieses Jahr für die anfangs 143 Motorrädern erschwert, sodass mehrfach sich Favoriten in der Pampa schlicht verfuhren und auf entgegenkommende Konkurrenz trafen. Vorjahressieger Toby Price (KTM) schied in diesem Chaos nach einem Sturz in einem Flussbett mit vierfach gebrochenem Bein aus.
Damit konnten die Honda-Piloten vorrübergehend die Führung übernehmen. Doch, weil das gesamte Werksteam an einer Tankstelle, die abseits der erlaubten Wegzone lag, getankt hatte, wurde allen Hondafahrern eine Stunde Strafzeit aufgebrummt. Damit war die Wachablösung für Honda nach 16 KTM-Siegen in Folge wieder in weite Ferne gerückt. Der Amerikaner Sam Sunderland übernahm nun für KTM die Führungsarbeit und lag vor der Etappe am Donnerstag 20:58 Minuten vor dem Chilenen Pablo Quintanilla (Hursqvarna) in Führung. Bester Honda-Mann war Top-Favorit Paulo Goncalves auf Rang 8 mit über einer Stunde Rückstand.

Man darf gespannt sein, welche Überraschungen die 39. Dakar bis zum Zieleinlauf am Samstag in Buenos Aires noch zu bieten hat. Eurosport I bringt jeden Abend um 23.00 Uhr Tageszusammenfassungen der Rallye.

Foto: KTM


Veröffentlicht am: 11.01.2017 | Kategorie: News Rallyesport | Zugriffe: 336
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