Eisspeedway: Weltklasseleistung von Hans Weber bei WM-Start in Russland

DMV-Fahrer Hans Weber sorgte bei den ersten beiden Läufen zur Eisspeedway-Weltmeisterschaft im russischen Togliatti  für handfeste Überrschungen: Mehr als einmal gelang es dem Oberbayern, die haushoch favorisierten Russen zu schlagen. Auch der zweite DMV-Pilot im Feld, Franz Mayerbüchler bot an der Wolga eine solide Leistung.

Vier WM-Finalrennen auf zwei Bahnen wurden von der FIM für dieses Jahr angesetzt: Zwei in Togliatti an der Wolga und zwei im niederländischen Heerenveen am 2. und 3. April. Derzeit kann noch niemand sagen, ob wegen der Covid-Restriktionen die Rennen in Holland überhaupt stattfinden können.

 

Für die verkürzte Grand-Prix-Serie 2022 (Inzell wurde bereits abgesagt)  waren eigentlich sechs Russen und zehn andere Europäer qualifiziert bzw. gesetzt. Da aber der Österreicher Harald Simon vom Inn-Isar-Racing-Team im DMV sein Visum über russische und österreichische Förderation erst am Mittwoch vor dem Rennen in Togliatti erhalten hätte, meldete er sich ab, denn die 3000 Kilometer wären mit dem Transporter nicht rechtzeitig zu schaffen gewesen.

 

Zu den von der FIM für die Grand-Prix-Serie gesetzten Fahrern gehörte Deutschlands Nummer 1 auf Spikes, Hans Weber. Der Inzeller Franz Mayerbüchler hatte es geschafft, sich beim Qualifikationslauf in Örnsköldsvik für den GP zu qualifizieren. Der zweite Oberbayer im Feld kam per Flieger nach Togliatti und fuhr mit einem Bike des verletzten vierfachen Weltmeisters Daniil Ivanov. Mayerbüchler: „Es war insgesamt schwierig mit dem geliehenen Motorrad. Es funktionierte wirklich gut, aber die Umstellungszeit war für mich sehr kurz. Die ersten Läufe waren ganz gut. Bei dem schlechter werdenden Eis war ich etwas zu zögerlich. Unterm Strich bin ich zufrieden. Wenn man sich die Starterliste anschaut, dann ist das ja wie ein WM-Finale“. Trotzdem erreichte er mit den Plätzen 15 (Samstag) und 11 (Sonntag) respektable Ergebnisse im 17er-Feld.

 

Doch die Überraschung des vergangenen Wochenendes war „Eishans“ Weber. Der 37-jährige Konstrukteur  hatte sich wochenlang minutiös auf diesen WM-Start vorbereitet unbd das zahlte sich aus: Am Samstag musste sich der 37-jährige aus Valley in den ersten beiden Läufen nur Nikita Toloknov, der sich später verletzte, bzw. dem späteren Tagessieger Nikita Bogdanov geschlagen geben, dann war dann aber mit dem giftgrünen Bike nicht mehr zu halten. Mit drei Heatsiegen kämpfte er sich in das Finale und schlug dabei die Russen Khuzhin, Koltakov, Weltmeister Valeev, Khomitsevich und Kononov, die beiden letzteren im gleichen Lauf!

 

Damit stand der Deutsche im Finalrennen der besten vier Fahrer: Kononov, Bogdanov, Khomitsevich, alle Vier waren vor dem Finale punkgleich und einer der Vier war ein Deutscher – das hatte es in der Eisspeedway-WM bie zuvor gegeben!

 

Während die Russen gleich in den Attack-Modus übergingen, hatte Weber einen schlechten Start und rutschte dann in der zweiten Runde vor Kononov in die Strohballen: „Ich habe gemerkt, dass mein Motorrad sensationell gut gelegen ist. Wir hatten einen neuen Radsatz nach dem Training eingebaut. Ich wusste, dass ich vom Start her nicht ganz mithalten kann. Ich habe aber gemerkt, dass ich pushen kann. Ich bin ans Limit gegangen. Ich habe dann den Grip verloren, bin gestürzt und habe nur noch geschaut, dass ich nach innen ziehe, weil von außen Kononov kam, damit nichts passiert“, erklärte der „Eishans“.

Er wurde als Vierter gewertet, während die drei Russen den Finallauf wiederholten.

 

 

Am Sonntag bei Schneefall und für russische Verhältnisse frühlingshafte Temperaturen von minus 4 Grad konnte Weber seine Vortagesleistung nicht wiederholen. Er verlor seine Möglichkeit, noch einmal ins Finale zu kommen, schon in seinem zweiten Lauf, in dem er hinter Kuzhin, Koltakov und dem erstarkten Haarahiltunen punktelos blieb. Mit einem Heatsieg und drei zweiten Plätzen wurde der Mann vom Schliersee aber noch Sechster und damit aber wieder bester „Nicht-Russe“.

Das heißt an beiden Tagen lagen nur drei bzw. fünf Russen vor Weber.

 

Auf WM-Rang 5 fährt Weber am 2. und 3. April ins niederländische Heerenveen –

 wenn es dazu kommt. Vor ihm in der WM-Wertung nur Russen.

 

In der Lada-Stadt Togliatti gewann an beiden Tagen der erst 20-jährige Russe Nikita Bogdanov, der schon bei seinen ersten beiden WM-Starts so überlegen war, dass er als Weltmeister der Zukunft gehandelt werden darf.

 

Leider erlitten in Togliatti die beiden Russen Nikita Toloknov und Iwan Khuzhin bei Stürzen schwerste Verletzungen. Beide hatten aber im Krankenhaus nach einigen Tagen das Schlimmste überstanden.

 

Eisspeedway-WM-Stand nach 2 von 4 Läufen

1. Nikita Bogdanov (RUS), 40 Punkte
2. Igor Kononov (RUS), 34
3. Dmitry Koltakov (RUS), 30
4. Dmitry Khomitsevich (RUS), 30
5. Hans Weber (D),  25
6. Dinar Valeev (RUS),  22
7. Ivan Kuzhin (RUS), 20
8. Martin Haarahiltunen (S), 14
9. Jasper Iwema (NL), 14
10. Igor Saidullin (RUS), 13
11. Lukas Hutla (CZ), 10
12. Ove Ledström (S), 10
13. Franz Zorn (A), 9
14. Franz Mayerbüchler (D), 8
15. Nikita Toloknov (RUS),  6
16. Aki Ala-Riihimäki (FIN), 5
17. Max Koivula (FIN), 2

 

Fotos: Thomas Schiffner

 


Veröffentlicht am: 17.02.2022 | Kategorie: News Bahnsport | Zugriffe: 1025
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