Eisspeedway: DMV-Fahrer Luca Bauer Vize-Europameister

Die Eisspeedway-Europameisterschaft wurde am vergangenen Samstag zum ersten Mal ohne russische Fahrer entschieden. Mit dem Österreicher Harald Simon vom Inn-Isar-Racing Team im DMV wurde in Tomaszow Mazowiecki (Polen) erst zum zweiten Mal ein Fahrer, der nicht aus Russland kommt, Eisspeedway-Europameister. Der 23-jährige DMV-Fahrer Luca Bauer aus Reit im Winkl errang in einem dramatischen Finish in Polen erstmals die Vizeeuropameisterschaft.

Die beiden Spitzenreiter der EM, die Russen Dmitry Solyannikov und Vladimir Fadeev, durften in Polen wegen des politischen Ausschlusses russischer Motorsportler nicht starten und so ging Harald Simon mit 2 Punkten Vorsprung auf den Niederländer Jasper Iwema in dieses zweite, entscheidende Finale. Auch die DMV-Fahrer Luca Bauer, Franz Mayerbüchler, Benedikt Monn sowie der Tscheche Lukas Hutla hatten mit je 8 Punkten noch Titelchancen.

Harald Simon, mit 54 Jahren Zweitältester im Feld, gab in den 20 Vorläufen nur einen Punkt gegen den Schweden Jimmy Olsen ab, der an diesem Tag unschlagbar war und nur durch einen Sturz Punkte liegen ließ.

Auch Luca Bauer bot eine starke Vorstellung und zog, nur von Simon und Olsen geschlagen mit dem Österreicher direkt ins Finale ein.

Die Fahrer auf den Plätzen 3 bis 6 nach den 20 Vorläufen kämpften im Last Chance Heat um zwei weitere Finalplätze: Dabei der Finne Aki Ala-Riihimäki, Lukas Hutla, Olsen und DMV-Fahrer Franz Mayerbüchler. In einem heißen Fight gewann Riihimäki am Vorabend seines 56. Geburtstages vor Olsen. Mayerbüchler blieb in diesem Lauf chancenlos, wurde Gesamt-Sechster und in der Europameisterschaftswertung Fünfter. "Ich kann nicht ganz zufrieden sein. Mein Ziel war das Last Chance Heat, aber das Finale habe ich nicht erreicht. Insgesamt war ich heute zu verhalten. Ich habe zu wenig riskiert und da lässt man eben einige Punkte liegen, die dann fehlen", sagte der Inzeller.

Der dritte DMV-Fahrer Benedikt Monn stürzte gleich im ersten Lauf und kam unter persönlicher Betreuung von WM-Titelkandidat Hans Weber auf den elften Tagesrang. In der EM belegte der Rookie Platz 10.

Im Finale ging es dann drunter und drüber: Weder Bauer noch Simon führte, sondern Ala-Riihimäki! Als der Finne von Olsen bedrängt wurde, stürzte er in der dritten Runde und flog in den Innenraum. Der Schiedsrichter brach nicht ab, aber die anderen Fahrer verlangsamten. Schließlich wurde der Endlauf ohne Riihimäki neu gestartet und diesmal setzte sich Olsen vor Simon durch. Der Österreicher musste nichts risikieren, denn der Titel war ihm schon vor dem Finale sicher.  Luca Bauer bekam als Dritter einen Punkt gutgeschrieben und konnte sich damit einen Zähler vor Olsen den Vize-Europatitel sichern. Erst vor drei Monaten hatte der Sohn von Eisspeedway-Legende Günther Bauer, ebenfalls in Tomaszow Mazowiecki, die Bronzemedaille bei der EM 2021 gewonnen.

Luca Bauer, der seit seinem 16. Lebensjahr fährt, war als erster deutscher Vize-Europameister rundum zufrieden: "Nach zwei dritten Plätzen bei der EM ist Vize heute definitiv mein größter Erfolg. Dass ich Harry (Simon) nicht mehr einholen kann, war schon nach dem ersten Lauf gegen ihn klar. Ich habe dann geschaut, dass ich meine Punkte nicht sinnlos wegschmeisse und wollte ohne Null-Punktelauf über den Tag kommen. Im Finale, muss ich sagen, da kommt es darauf an, mit wieviel Kopf man fährt. Ich hätte auch wie Riihimäki alles riskieren können und hätte dann draußen gelegen. Ich wusste, dass ich einen Punkt brauche. Aber man sieht, wie es geht, wenn man es mit aller Gewalt versucht."

Bauer hat von der FIM die Wildcard für das dritte und vierte WM-Finale am 2. und 3. April in Heerenveen (Niederlande) bekommen. Nach dem Ausschluss der russischen Fahrer auch aus der WM tritt DMV-Fahrer Hans Weber dort als WM-Titelfavorit an.

Fotos: Thomas Schiffner

 

Endstand Eisspeedway-EM 2022 nach 2 Läufen:

  1. Harald Simon (A), 28 Punkte
  2. Luca Bauer (D), 22
  3. Jimmy Olsen (S), 21
  4. Lukas Hutla (CZ), 20
  5. Franz Mayerbüchler (D), 18
  6. Dmitry Sollyanikov (RUS) 18
  7. Aki Ala-Riihimäki (FIN), 16
  8. Jasper Iwema (NL), 16
  9. Vladimir Fadeev (RUS), 16
  10. Benedikt Monn (D), 14
  11. Michal Knapp (PL), 10
  12. Mikko Jetsonen (FIN), 9
  13. Jo Saetre (N), 7
  14. Franz Zorn (A) 7

 


Veröffentlicht am: 21.03.2022 | Kategorie: News Bahnsport | Zugriffe: 743
Dieser Newsbeitrag wurde verfasst von:

DMV Redaktion

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu dem Beitrag Eisspeedway: DMV-Fahrer Luca Bauer Vize-Europameister? Dann senden Sie einfach eine Email an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Dies könnte Sie ebenfalls interessieren


DMV Inside

Das Magazin des DMV schnell, einfach und auf Wunsch unterwegs online lesen. Behalten Sie völlig kostenlos den Durchblick.

jetzt online lesen