Eisspeedway: Wird DMV-Fahrer Hans Weber Weltmeister?

Am kommenden Wochenende finden in Heerenveen in den Niederlanden die letzten beiden WM-Finalläufe Nummer 3 und 4 im Eisspeedway statt. Die besten Chancen auf den Weltmeistertitel hat einer von drei deutschen DMV-Fahrern im Fahrerfeld: Der Schlierseer Hans Weber.

Wegen des von Vladimir Putin begonnenen Angriffskrieges gegen die Ukraine hatten verschiedene Sportverbände, darunter FIM, FIM Europe und DMSB beschlossen, russische und weissrussische Sportler bis auf weiteres von internationalen Wettbewerben auszuschließen. Der Beschluss fiel nach dem Beginn der Eisspeedway-Weltmeisterschaft 2022 in Togliatti in Russland. Dort hatten sich vier russische Fahrer auf den Rängen 1 bis 4 platziert, dahinter kam als bester nicht russischer Fahrer der Bayer Hans Weber auf Platz 5. Da die russischen WM-Teilnehmer nun in Heerenveen nicht mehr starten dürfen, ist Weber der Topfavorit auf den ersten WM-Titel eines deutschen Fahrers – seit Beginn der Eisspeedway-Weltmeisterschaften im Jahr 1966.

Einen WM-Titel gab es für deutsche Fahrer schon im Eisspeedway. 1983, vor 39 Jahren, gewann die deutsche Nationalmannschaft sensationell die Mannschafts-WM beim DSMV-Eisspeedwayrennen in Berlin vor den Russen. Mitglied des deutschen Siegerteams damals : Hans Webers Vater Helmut Weber.

„Eishans“ Weber steht in der WM-Tabelle auf Platz 5 mit 25 Punkten; nach ihm beste in Heerenveen startberechtigte Fahrer sind der Schwede Martin Haarahiltunen und der Niederländer Jasper Iwema mit je 14 WM-Punkten. Sollte einer der Beiden beide Rennen in Heerenveen gewinnen, dann müsste  Weber beide Finals erreichen, einmal Dritter und einmal Vierter werden, um den historischen Titel zu gewinnen.

Hans Weber ist überzeugt davon, dass er das schaffen kann, will aber das Rennen seines Lebens wie jedes andere angehen: „Ja, es ist historisch. Aber ich werde das Rennen angehen wie jedes andere auch. Letztendlich bin ich jetzt in einer komfortablen Situation. Ich denke, dass jeder wie ich reagieren würde. Ich werde das jetzt so durchziehen und versuchen Weltmeister zu werden. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich das nicht schaffen kann. Ich habe schon zu Beginn meiner Karriere gesagt, dass ich Weltmeister werden will. Ich wurde für dieses Ziel belächelt. Von daher ist es egal, ob die Russen da sind oder nicht. Ich werde mein Ziel so oder so erreichen.“

Für die beiden Finals in Heerenveen hat DMV-Fahrer Luca Bauer von der FIM die Wildcard erhalten. Er konnte dieses Jahr nicht an der WM-Qualifikation nicht teilnehmen und durfte daher nicht in Togliatti starten. Doch der 23-Jährige aus Reit im Winkl empfiehlt sich für große Aufgaben mit dem Gewinn der Vize-Europameisterschaft vorletztes Wochenende in Polen.

Dritter Deutscher und damit DMV-Fahrer im Bunde ist Franz Mayerbüchler junior. Der Inzeller konnte sich dieses Jahr erstmals für die WM qualifizieren und belegte in Togliatti die Plätze 15 und 11. In Heerenveen möchte sich der Fünfte der Europameisterschaft noch einmal steigern und vom 14. WM-Rang nach oben schieben.

Der Österreicher Harald Simon, der für das Inn-Isar-Racing Team startet und in Polen seinen ersten Europameistertitel errang, ist in Heernveen erstmals 2022 in der WM dabei, da er die Rennen in Russland wegen Visaproblemen verpasste.

Da in den Niederlanden alle Corona-Beschränkungen aufgehoben wurden, werden im Stadion Thialf in Heerenveen alle verfügbaren Sitz- und Stehplatztickets angeboten. Im Vorverkauf gibt es noch Online-Tickets unter www.ijsspeedway.nl

 

Startaufstellung Eisspeedway-GP Heerenveen 02./03. April 2022

212         Lukas Hutla (CZ)

24           Max Koivula (FIN)

800         Jasper Iwema (NL)

237         Jimmy Hörnell   (S)

16           Luca Bauer (D, Wildcard)

412         Niek Schaap (NL)

199         Martin Haarahiltunen (S)

93           Franz Mayerbüchler (D)

107         Andrej Divis (CZ)

357         Joe Saetre (N)

33           Johann Weber (D)

904         Joakim Söderström (S)

97           Ove Ledström (S)

80           Jiri Wildt (CZ)

50           Harald Simon (A)

8             Aki Ala-Riihimäki (FIN)

Res. 17 N.N.

Res. 18 N.N.

 

WM-Stand nach 2 von 4 Rennen:

1. Nikita Bogdanov, 40 Punkte
2. Igor Kononov 34
3. Dmitry Koltakov 30
4. Dmitry Khomitsevich 30
5. Hans Weber 25
6. Dinar Valeev 22
7. Ivan Kuzhin 20
8. Martin Haarahiltunen 14
9. Jasper Iwema 14
10. Igor Saidullin 13
11. Lukas Hutla 10
12. Ove Ledström 10
13. Franz Zorn 9
14. Franz Mayerbüchler 8
15. Nikita Toloknov 6
16. Aki Ala-Riihimäki 5
17. Max Koivula 2

 

Foto: Thomas Schiffner


Veröffentlicht am: 30.03.2022 | Kategorie: News Bahnsport | Zugriffe: 914
Dieser Newsbeitrag wurde verfasst von:

DMV Redaktion

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