Eisspeedway-WM: DMV-Fahrer Hans Weber Vizeweltmeister

Den ganz großen Coup schaffte er nicht: Der Schlierseer DMV-Eisspeedwayfahrer Hans Weber verpasste mit einer gehörigen Portion Pech am Wochenende in Heerenveen (Niederlande) den ersten Weltmeistertitel eines deutschen Fahrers. Hinter dem Schweden Martin Haarahiltunen gewann er erst als zweiter Deutscher die Vizeweltmeisterschaft, verletzte sich aber auch.

Wegen des politischen Boykotts russischer Sportler durfte keiner der vier russischen Fahrer in Heerenveen starten und Hans Weber war plötzlich, mit 11 Punkten Vorsprung auf den Nächstbesten, Martin Haarahiltunen WM-Favorit. Am ersten Finaltag machte Hans Weber seine Sache sehr gut, qualifizierte sich als Zweitbester für das Finale der vier besten Fahrer und konnte hinter Haarahiltunen und vor Harald Simon vom Inn-Isar-Racing Team im DMV Platz 2. Damit hatte der Deutsche Meister am zweiten und letzten WM-Renntag noch immer stattliche 9 Punkte Vorsprung vor Haarahiltunen.

Er musste am Sonntag entweder das Finale erreichen oder zumindest Fünfter werden, wenn Haarahiltunen erneut gewinnen würde. Doch es kam ganz anders: In den ersten beiden Durchgängen wurde der „Eishans“ jeweils nur Zweiter hinter Haarahiltunen und Harald Simon und wurde dann offensichtlich nervös. In seinem dritten Lauf führte er vor dem starken Tschechen Lukas Hutla, doch als der näher kam, stürzte Hans in der letzten Kurve heftigst in die Strohballen. Sein Bike war defekt, doch Weber ging scheinbar gesund zurück ins Fahrerlager.

Als der Bayer mit dem Ersatzmotorrad in Lauf 15 deutlich vor Max Koivula führte, schien die Welt wieder in Ordnung zu sein. Doch da stürzte der Finne, es wurde abgebrochen und der Lauf wiederholt. Und dann passierte der Supergau: Weber entschied sich, wieder auf sein erstes Motorrad umzusteigen, doch am Start kam er erst an, als laut Referee Krister Gardell die 2 Minuten abgelaufen waren – Disqualifikation!

Haarahiltunen spulte weiter seine Siege ab, während Weber zwar seinen letzten Lauf gewann, aber damit nur Neunter und nicht, wie notwendig Fünfter war. Nur ein dritter Platz  des Schweden im Finale konnte Hans Weber noch den Titel bringen. Doch diesen Gefallen tat ihm Haarahiltunen nicht: Souverän gewann er den letzten Lauf der Saison vor dem wieder sehr starken Harald Simon und dem Tschechen Lukas Hutla.

 

Weber war nach dem Rennen von seinem Sturz schwer gezeichnet und hatte keine Erklärung für den Supergau, der ihn den greifbaren Titel kostete: „Wir haben gestern ein Problem mit den Fahrwerken bekommen. Wir dachten wir haben es gelöst, aber es war natürlich auch noch der Druck da. Wir haben jetzt einen verdienten Weltmeister. Ich habe eine Niederlage einstecken müssen, aber ich weiss, dass ich mit den besten Fahrern der Welt mithalten kann und ich komme immer wieder aus Niederlagen gestärkt zurück.“

Am Montag musste sich Hans Weberzuhause angekommen, in das Kreiskrankenhaus Agatharied begeben, wo die Ärzte Untersuchungen auf mögliche Wirbelverletzungen durchführten. Erste Befürchtungen bestätigten sich nicht.


Der DMV wünscht Hans Weber baldige und vollständige Genesung!

 

Harald Simon brachte nach dem Samstag erneut eine Weltklasseleistung und wurde diesmal sogar Zweiter.

Vize-Europameister Luca Bauer, der Sohn des letzten deutschen Vizeweltmeisters in 2003, Günther Bauer, zeigte an beiden Tagen gute Rennen. Er kam am Samstag ins Finale  und verpasste am zweiten Tag den Endlauf nur um einen einzigen Punkt (5.).

DMV-Fahrer Benedikt Monn war Reservefahrer. Er kam ab dem zweiten Durchgang für den lädierten Aki Ala-Riihimäki ins Rennen und erzielte 2 Punkte.

DMV-Pilot Franz Mayerbüchler aus Inzell, der die gesamte Weltmeisterschaft und die Europameisterschaft bestritt, belegte die Plätze 11 und 10 und beendete die WM auf Rang 13.

Nikita Bogdanov, einer von vier nicht zugelassenen Russen in Heerenveen, wurde trotz seines Fehlens noch WM-Bronzemedaillengewinner. Sein Platz auf dem Podium blieb leer.

 

WM-Endstand nach vier Rennen:

1. Martin Haarahiltunen, 54 Punkte
2. Hans Weber 51
3. Nikita Bogdanov 40
4. Lukas Hutla 37
5. Harald Simon 34
6. Igor Kononov 34
7. Jasper Iwema 31
8. Dmitry Koltakov 30
9. Dmitry Khomitsevich 30
10. Luca Bauer 26
11. Jimmy Hörnell 22
12. Dinar Valeev 22
13. Franz Mayerbüchler 21
26. Benedikt Monn 2

 

Fotos: Thomas Schiffner


Veröffentlicht am: 04.04.2022 | Kategorie: News Bahnsport | Zugriffe: 664
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