Reifenwechsel: Sicher in den Sommer

Soll zu Ostern das Auto wieder auf Sommerreifen fahren? So jedenfalls lautet schließlich der Merksatz, nach dem die Winterräder von Oktober bis zum Osterfest im Einsatz sind. Aber die Sicherheit von Autoreifen richtet sich natürlich nicht einfach nach einem Kalendertag, sondern nach der Witterung. Wer zum Beispiel über Ostern noch einen Skiurlaub im Hochgebirge plant, sollte mit dem Reifenwechsel bis nach den Ferien im Schnee warten, rät die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH. Grundsätzlich ist die Faustformel „von O bis O“ jedoch eine gute Leitlinie.

Chemie und Mechanik machen den Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen: Konkret geht es um die verschiedenen Gummimischungen und Profile. Die Pneus für die warme Jahreszeit bestehen beispielsweise aus einem härteren Gemisch, das auch bei höheren Temperaturen stabil ist und einen guten Kraftschluss zur Fahrbahn herstellt. Ein guter Kompromiss sind gerade in Breiten mit gemäßigtem Klima Ganzjahresreifen mit dem „Schneeflockensymbol“ – die Kennzeichnung, dass der Reifen den gesetzlichen Anforderungen einer uneingeschränkten Wintertauglichkeit entspricht. Für den Reifenwechsel gilt: im Zweifelsfall der Fachwerkstatt überlassen. Wer die Sommerreifen selbst montieren möchte, sollte den über den Winter eingelagerten Satz zuvor sorgfältig auf eventuelle Schäden kontrollieren und auf ausreichend Profiltiefe prüfen. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter. Die GTÜ rät jedoch aus Sicherheitsgründen bei einer Restprofiltiefe von vier Millimetern zu neuen Reifen. Auch das Alter der Pneus wird dabei gecheckt – Auskunft darüber geben die vier Ziffern am Ende der DOT-Kennzeichnung auf der Flanke des Reifens (das Kürzel steht für „Department of Transport“). Abgelesen wird die Zahlenfolge nicht etwa als Kalenderjahr, sondern als Kombination der Kalenderwoche (Ziffern 1 und 2) sowie dem Jahr (Ziffern 3 und 4). Ein in der 11. Kalenderwoche des Jahres 2022 hergestellter Reifen trägt also am Ende der DOT-Kennzeichnungen die Ziffern 1122. Das Alter des Pneus zu wissen, ist wichtig, betont die GTÜ: Ein Reifen hat selbst bei ausreichendem Profil seine Lebensdauer nach acht bis zehn Jahren erreicht und sollte ausgetauscht werden.
 

Geübte Autofahrer kennen meist die Handgriffe für den Räderwechsel: Fahrzeug mit Keilen gegen Wegrollen sichern, Radbolzen leicht lösen, Fahrzeug mit dem Wagenheber anheben, Bolzen komplett abschrauben, Rad tauschen, Bolzen einschrauben und Auto wieder ablassen. Beim finalen Anziehen der Bolzen leistet ein Drehmomentschlüssel gute Dienste – er verhindert, dass die Schrauben weder zu locker noch zu fest angezogen werden. Beides ist riskant: Sitzen die Schrauben zu locker, kann sich das Rad lösen. Aber auch zu hohe Kräfte können Gewinde oder Felge beschädigen. Deshalb gilt: Die Verbindungen nicht mit Gewalt festziehen, sondern besser nach 50 bis 100 Kilometer Fahrstrecke die Schrauben noch einmal prüfen und eventuell nachziehen. Der Luftdruck wird auf den Normwert gebracht, wenn die Räder fertig montiert sind. Er sollte ohnehin regelmäßig kontrolliert und richtig eingestellt werden. Das ist wichtig für einen möglichst geringen Treibstoffverbrauch und für die Sicherheit. Alles bereit für die Fahrt in den Sommer? Noch nicht ganz. Denn die abmontierten Winterräder müssen noch sachgemäß eingelagert werden. Dazu sollte man sie reinigen, prüfen und deren Position am Fahrzeug markieren– damit beim nächsten Räderwechsel zwischen Vorder- und Hinterachse getauscht, aber dennoch die Laufrichtung beachtet werden kann. Dann wird bei den üblichen Kompletträdern der Luftdruck um circa 0,5 bar gegenüber dem Normwert erhöht und der Satz waagrecht liegend in einem trockenen, kühlen und dunklen Raum gelagert. Felgenbäume oder Wandhalterungen machen die Unterbringung einfacher – damit im Oktober der nächste Reifenwechsel problemlos und sicher gelingt.

Text und Foto: GTÜ


Veröffentlicht am: 12.04.2022 | Kategorie: News | Zugriffe: 1894
Dieser Newsbeitrag wurde verfasst von:

DMV Redaktion

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